Hier findest du

aktuelle Gedichte

Texte und Arbeiten befreundeter KünstlerInnen

Also: bald wieder mal reinschauen!

Claude Bühler, Stadtfotografin Baden

Nachtzeichen

 

Vor dem Sternenhimmel

weit über den Lichtern der Stadt

steigen Träume hoch         

ein Streichholz-Brennen lang

 

dieser Moment im Dunkeln

unsichtbaren Gesichtern

eingeschrieben

und fraglos mitgetragen

macht möglich

den Träumen

Raum zu schenken

 

verklingende

Linien durch die Nacht

skizzieren den Traum

in leere Luft

 

das Licht

erlischt

zur Rauchspur

wird zerzupft

bis vage

nur noch

Erinnerung

bleibt

 

der schwingende

Tanz der Träume

bleibt schlummernd im Äther stehn

 

und strahlt seine Kraft

in die Nacht  

Sesam öffne dich

I

Portal

voll warmem Licht

Eintritt verweigert

mit Rotweiss-Absperrband

 

das alte Tor täuscht

den Reisenden

füllt eine Lücke im Veroneser Stein

auf die Betonwand

geklettet

 

ein Tor

das nirgendshin führt

statt ihm Zugang zu gewähren

wird der Zuschauer

zur Schau gestellt

II

Träte ich denn ein

wenn ich könnte

bliebe ich bequem

lieber in Altvertrautem stehn

erwacht der Wunsch für

erweiterten Raum

für Einblick

ins Unbekannte

für Ausblick

aus neuer Sicht

dann hebe ich den Fuss

schreite behutsam

über die Schwelle

 

III

Jeder neue Raum

birgt wiederum ein Tor

führt weiter

in die Tiefe

hin zum strahlend hellen Kern

 

wo die Liebe sitzt

und atmet

Claude Bühler, Stadtfotografin Baden

Mein Beitrag in den Badener Neujahrsblättern 2025: Zwei Gedichte zu Fotos der Stadtfotografin Claude Bühler

Gabrielle Susan Rüetschi, Noël 2023

Lichtmächtig

engelzart

glitzert

die Nacht

in die Finsternis

 

horche:

sie spricht

 

vom

Frieden

auf Erden

NEU

gibt es dank der Anfrage treuer LeserInnen auch einen

Fotoband zur Gebärde der Erde

Eine Sammlung jener Bilder, die zu den einzelnen Gedichten gehören.

Inklusive eines Schlüssels für die Zuordnung.

Wen’s interessiert: es gibt ein paar wenige Exemplare davon (Selbstkostenpreis Fr. 28.-). Weitere Bestellungen gemäss aktuellem Preis des Fotoshops. Anfragen unter Kontakt!

Einblick in den neuen Gedichtband “Gebärde der Erde”

Druckfrische Winterausgabe des Piz, des Magazins für das Engadin und die Bündner Südtäler! (Video: Mayk Wendt).

Darin gibt es Gedichtseiten wie zb diese:

Piz liegt in der Region Südbündens an öffentlich zugänglichen Orten auf und kann über pizmagazin.ch bestellt werden.

In der Poesieagenda 2023 findet sich ein Spätherbstgedicht von mir - nebst vielen andern Gedichten, Zeichnungen und Fotos verschiedener AutorInnen.

Erhältlich über diese Website, den Buchhandel oder direkt beim orte Verlag!

Lärchenbrokat                        klettert still vom Berg hinunter ins Tal flicht sich in Fichtenwälder

zündet Flammen                                         in Rücken und Flanken                             

zur Feier der Einkehr ein neues Gewand an der Pforte                            von der Ernte                                   in die Winternacht 

Clarigna Küng und Gabrielle Susan Rüetschi, Ausschnitt aus “Kaleidoskop Wasser”, 3. September 2022, Scuol

Gewitterregen

 

Tropfen klöpfeln ihren Text

auf das blecherne Dach                            

 

kühlen sonnentrunkene Steine

 

glitzern zu Boden

nähren den trockenen Grund

 

aufatmen in der Frische

der duftenden Erde

© Leo Brunschwiler / leobrunschwiler.ch

Da geht Leo Brunschwiler und transportiert seine mit literarischen Zitaten gelaserten Holztafeln, die er im Dietikoner Wald aufhängen wird. Neben anderen ist auch ein Text von Gabrielle Susan Rüetschi dabei.

Kunst im Wald

Open-Air-Ausstellung, 175 Jahre Holzkorporation Dietikon

1. April bis 21. Oktober 2022

holzkorporation.ch/aktuell

Gabrielle Susan Rüetschi liest “Lai Nair - Moorsee” und Domenic Janett begleitet auf der Klarinette (Lischanahütte SAC, 28.August 2021)

Jahreswechsel

 

Alt-altes Jahr

leer mich aus

in den Zwischenraum

lass mich gleiten

ins wortleere Sein

der gehaltenen Zeit 

 

dann plötzlich

im kreisenden Klingen der Zwölf 

füllen Glocken die Luft

neue Energie

strömt in den Raum

 

er dehnt sich

und wächst                                       

hinein in den Wechsel

der Nacht                         

 

neu-neues Jahr

heb mich heraus und

hüll mich sanft ein

in dein fremdes Gewand

 

ich dreh mich langsam im Kreis

fühle und prüfe den Stoff

den du mir gewoben hast

 

schenk mir Mut                    

und reich mir die Hand

begleit mich im neuen Tanz

GSR, Ende Dezember 2021

Eva Erni, eine Künstlerin und Kalligraphin, die in ihren Werken oft Texte ins Zentrum setzt, hat ein Gedicht aus “Oh dass da Berge sind” feinsinnig gestaltet (https://www.eva-myart.ch).

Ich gleite über Schnee im nächtlichen Flug

wie Nebelschwaden dicht über dem Feld

träumend und sehend im Licht der Sterne

sie funkeln derweil die Ruhe der Nacht währt

die Ruhe die Nacht nährt

Gabrielle Susan Rüetschi